Mittwoch, 27. April 2011

Florianópolis - Paulo Lopes - Tubarão - Arroio da Silva - Sombrio - Capão da Canoa - Palmares do Sul - Mostardas

Nach einem ausgiebigen Fruehstueck fahren wir von der Insel zurueck aufs Festland. Da es nicht so heiss ist, ueberwinden wir auch die drei steilen Steigungen problemlos.  Endlich erreichen wir die BR 101, der Highway nach Sueden. Um weiter zu kommen, muessen wir diese zuerst nehmen, da es keinen anderen Weg gibt. Da diese Strasse im Moment ueberall vierspurig ausgebaut wird, hat es nicht immer einen Seitenstreifen. Die Auto und Trucks brausen mit enormen Geschwindigkeiten, ueberholen, egal wie unuebersichtlich es ist, und das Wort Bremsen kennen sie nicht. Wir, als Fahrradfahrer, muessen irgendwie schauen, wie wir ausweichen. Bei einigen Passagen stossen wir unser Velo lieber am Rand ueber die Wiese , als auf der Strasse zu fahren.
Am zweiten Tag beginnt es zusaetzlich noch zu regnen und so verziehen wir uns in ein gemuetliches Restaurant, um abzuwarten.  Dort treffen wir Manuel, welcher von seiner 800km langen Erwanderung des Jakobswegs erzaehlt. Er gibt uns seine Adresse und laedt uns spontan zu sich ein, wenn wir dort vorbeikommen. Doch da er erst am Sonntag wieder zuhause sein wird, koennen wir seiner Einladung nicht folgen.
Als wir uns schon fragen, ob wir eigentlich normal sind, auf dieser Strasse zu fahren, laesst der Regen langsam nach und wir treffen den ersten Tourenfahrer, ein Brasilianer, auf dem Weg nach Porte Alegre. Er laesst sich von diesem Vekehr nicht beeindrucken. Dies machte uns Mut und wir steigen wieder auf die Raeder. Es lohnt sich,  kurz danach nimmt der Verkehr ab und es hat mehrheitlich einen wunderbaren Seitenstreifen.
Wir kommen gut voran und fahren einem See entlang. An den Strassen verkaufen Strassenhaendler Fisch und Fruechte. Die Landschaft wird immer flaecher. Vor Tubarão hat es auf der Gegenfahrbahn 30km Stau, die Menschen scheinen fuer Ostern alle in den Norden, Richtung Florianópolis, zu fahren. Sie winken aus ihren Autos, strecken die Daumen hoch und fotografieren uns. Wahrscheinlich bringen wir ein bisschen Abwechslung in ihr Warten.


1000 km: Keine Angst, die Strasse geht weiter
Wir erreichen die 1000km Grenze und kommen gut gelaunt in Tubarão an, wo wir uns wieder einmal einen koestlichen Berliner, gefuellt mit Dulce de Leite, geonnen. Ich habe Dulce de Leite entdeckt und freue mich auf Argentininen, wo dies in rauhen Mengen gegessen wird. Felix nennt mich bereits Schleckmaul, da ich fast an keiner Konditorei vorbeikomme.
Im Hotel Farol werden wir vom Besitzter empfangen, er habe uns auf der Strasse gesehen. Er freut sich mit uns zu plaudern. Er habe noch 2 weitere Hotels in Laguna. Nun fahre er gerade in den Urlaub Richtung Chile. Er gibt uns ein paar Tipps zur Weiterfahrt in Uruguay und guenstige Hotels fuer Buenos Aires. Er weist seinen Angestellten an, uns das groessere Zimmer zu geben, damit wir mit den Fahrraedern Platz haben.


Bei strahlendem Sonnenschein fahren wir am Karfreitag weiter. In Ararangua sehen wir ein Schild Camping und sind uns sofort einig, nun endlich von unserem Zelt Gebrauch zu machen. Die 11km Umweg zum Stand nehmen wir in Kauf. Der Zeltplatz ist nicht leicht zu finden und auch nicht offen. Der Bruder vom Besitzer scheint jedoch dort zu campieren und weist uns trotzdem ein. Wir duschen und kochen uns anschliessend Teigwaren auf dem Kocher. Kurz vor dem Eindunklen erscheint ein kleines ausgetrocknetes Mannli. Mauro, der Besitzer komme erst am Ostersonntag zurueck. Er kassiert stellvertretend die 20 Reais und zeigt uns noch stolz zwei Maenner auf einem Motorrad, welche patroullieren sollten und Guards seien. Wir montieren trotzdem uns kleines Alarmgeraet Kevin am Velo und steigen ahnungslos ins Zelt. Was ist dies fuer ein Laerm? Ach Schreck, es donnert. Wir brauchen gar keine Taschenlampen, der Himmel wird erhellt, als waere es Tag. So ein Gewitter am Meer ist schon eindruecklich. Doch als wir denken es sei vorbei, beginnt das zweite und so geht es dann bis zum Morgengrauen weiter.


Endlich sind alle Gewitter vorueber
Am nachsten Morgen regnet es bis zum Mittag weiter, deshalb schlafen wir aus und starten erst am fruehen Nachmittag. Wir sind muede und kommen nur langsam voran, deshalb bleiben wir ueber Nacht bereits in
Sombrio und beziehen ein grosses Zimmer, damit wir auch alle nassen Sachen auslegen koennen.
Am Ostersonntag scheint die Sonne und wir ziehen gut gelaunt los. In Torres beginnt endlich die Kuestenstrasse. Der Verkehr ist moderat und die Landschaft wunderschoen. Alleen von Bauemen. linker Hand das Meer mit Duenen, rechter Hand weidende Rinder und Pferde. Motiviert fahren wir bis nach Capão da Canoa. Dort sehen wir ein Fahrradgeschaeft und davor einige Menschen. Obwohl Ostersonntag und geschlossen, begruesst und Jesus, der Besitzer und fragt, was wir brauchen. Das Ruecklicht schenkt er Felix. Ist doch schoen, von Jesus am Ostersonntag ein Geschenk zu erhalten. Wir suchen verzweifelt den Campingplatz, da wir ja noch unser Zelt trocknen muessen. Schlussendlich finden wir diesen im Hinterhof eines aermlichen Hauses. Na ja, trotz einigem Abfall auf der Wiese, sieht eingermassen vertrauenswuerdig aus und wir stellen unser Zelt auf. Um die Toilette zu benuetzen, muessen wir durchs Schlafzimmer des Teenismaedchens und der Grossmutter.
Am nachsten Tag geht es weiter auf die Lagune. Ein kleines Stueck Land duenn besiedelt, getrennt von einem riesigen Lagunensee auf der rechten Seite und der Atlantik auf der linken. Der Verkehr ist arm und die Strecke top flach. Man sieht jenste Wolkenformationen und hat das Gefuehl der Unendlichkeit. Das Gebiet ist ziemlich feucht, so sieht man Pferde, die bis zu den Bauechen in der Wiese waten, Rinder von Gauchos auf Pferden getrieben, weidende Schafe, Variationen von Vogelarten und riesige Farmen mit mehreren Maehdreschern.


Endlose Weite
 Die Strasse ist von Frostkratern uebersaet. Somit fahren die Trucks und Autos Slalomparcours, was die Einheimischen jedoch nicht am Rasen hindert.
Frostkrater in Kuestenstrasse
Eigenltich wollen wir in Palmares do Sul einen Regenerationstag einlegen, doch da alle Hotels ausgebucht sind, warum wissen wir immer noch nicht, landen wir in einem Loch bei einer alten muerrischen Dame. Felix findet, es fehlt nur noch der Besen:-). Um 19Uhr sind alle Restaurants geschlossen, doch wir finden ein Lanchonette, welches Riesenburger, Gewicht 1kg, anbiete. Sofort bestellen wir einen zu zweit und beherzigen den Grundsatz von friss die Haelfte.


Mega-Burger: "Friss die Haelfte"
Frueh steigen wir aus den Federn, da heute die 120km Etappe nach Mostardas vor uns liegt. Dort wollen wir die Regenerationstage einlegen und vorher hat es nichts.  Es hat viel weniger Gegenwind als gestern und somit kommen wir, trotz mueder Muskenln, sehr gut voran. Um 12 Uhr haben wir bereits 70km zurueckgelegt. Voller Freude erreichen wir Mostardas und beziehen unser Quartier. Am Abend goennen wir uns ein super Pizza mit einem Bier.

Kirche von Mostardas

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