Mit der Faehre setzen wir von Colonia del Sacramento nach Buenos Aires ueber. Wir haben uns entschlossen, hier eine 1-woechige Pause einzulegen, um unsere Koerper nachhaltig erholen zu koennen und um die spannende Stadt kennenzulernen.
Buenos Aires ist gigantisch gross. Schon beim Ansteuern des Hafens mit der Faehre bietet sich uns folgender Anblick:
Zahlreiche monumentale Gebaeude unterstreichen den kosmopolitischen Charakter der Stadt. Hier einige Beispiele:
| Kongresshaus |
| Regierungsgebaeude |
| Obelisk auf der Plaza de la República |
Neben den pompoes grossen Bauten vermag das kleinste Haus von Buenos Aires auf andere Weise zu beeindrucken. Eine argentinische Legende besagt, dass dieses Haus bei Abschaffung der Sklaverei von einem Herrn fuer seinen ehemaligen Sklaven erbaut worden ist.
| Kleinstes Haus von Buenos Aires (r.) |
Auf Bildern zu Buenos Aires sieht man haeufig das farbige Boca-Quartier. Die Tradition der farbigen Haeuser hat ihren Ursprung in der Seefahrt. Frueher als die Schiffe gestrichen wurden, verwendeten die Hafenarbeiter die Farbresten fuer den Hausanstrich.
Der touristische Teil des Boca-Quartiers ist leicht als solcher erkennbar: An Marktstaenden werden Souvenirs verkauft, Tango-TaenzerInnen und ein Maradona-Double lassen sich gegen Bezahlung als Photoobjekte ablichten, Restaurants verkaufen kulinarische Spezialitaeten...
Etwas im Hintergrund ist die Cancha (Fussballstadium) der bekannten "Boca Juniors" erkennbar. Auch Maradona hat frueher fuer diese Mannschaft Tore erzielt.
Da wir bei unserer Suedamerikareise auch unsere Spanischkenntnisse etwas verbessern wollen, nehmen wir in Buenos Aires einen Sprachkurs. Gluecklicherweise finden wir eine kompetente Lehrerin, die uns mit ihrer aufgestellten Art die wichtigsten Eckpunkte der Sprache naeher bringt. Von ihr erfahren wir auch mehr ueber den Alltag in Buenos Aires und bezueglich der Cliches und Eigenschaften der Argentinier.
Buenos Aires hat aus der Vergangenheit starke Einfluesse von Italien. Das Quartier mit den meisten Gruenanlagen heisst zum Beispiel "Palermo". Dort tummeln sich tagsueber unter anderem zahlreiche Hundesitter mit ihren Schuetzlingen.
| Japanischer Garten im Palermo-Quartier |
Wenn man anstatt eines spanischen Wortes mal ein italienisches erwischt, wird man in der Regel in Buenos Aires trotzdem noch gut und gerne verstanden.
Buenos Aires hat wie jede Stadt auch Schattenseiten. So trifft man vor allem spaetabends vielerorts Menschen, deren Armut so gross ist, dass sie die rumstehenden Kehrichtsaecke aufreissen, um nach Essen oder verwertbaren Gegenstaenden zu suchen.
Wie Uruguay ist auch Argentinien eines der bedeutendsten Laender des Mate-Tee. Die genaue Herkunft des Mate-Tee ist in den Mate-Laendern umstritten. Hier in Buenos Aires sehen wir etwas weniger Leute mit Mate-Gefaess und Thermoskanne rumspazieren als zum Beispiel in Montevideo, das Getraenk ist aber sehr verbreitet.
| Mate-Tee verbindet |
Unser Bed & Breakfast liegt in der Naehe des bekannten San Telmo-Quartiers.
In San Telmo gibt es jeweils am Sonntag einen Markt, der von Touristen, aber auch von Einheimischen besucht wird. Neben den Marktstaenden zeigen Tango-Paare ihr Koennen.
Im Bed & Breakfast treffen wir ein Paar aus Deutschland, welches sich 3 Jahre Zeit genommen hat, um per Velo Suedamerika und einige asiatische Laender zu erkunden. Wow! Viel Spass kann man da nur wuenschen!
Im Recoleta-Quartier liegt der bekannte Recoleta-Friedhof, wo nur Reiche, Schoene und sonst Beruehmte begraben liegen, so auch Evita Perón. Auf den Daechern der Grabmaeler sind mancherorts Katzen zu entdecken - Leichenwache oder einfach nur Sonnenanbeter?
In unserem Bed & Breakfast wird jeweils freitags eine typisch argentinische Asada veranstaltet. Mit anderen Worten versammelt sich eine froehliche Gesellschaft und verspeist kiloweise koestliches Grillfleisch. Dazu gibts das beliebte Quilmes-Bier und heisse Rhytmen ertoenen im Hintergrund. Hier laesst sich auch schnell erkennen, wer SuedamerikanerIn ist und wer nicht. Erstere koennen schon nach dem ersten Takt Musik ihre Schenkel kaum mehr stillhalten und werden fidel, waehrend unsereiner dem Treiben lieber etwas passiver zuschaut.