Samstag, 3. September 2011

Puno - ? - Ayaviri - Sicuani - Urcos - Cusco

Nach Puno fahren wir wieder einige Kilometer auf dem Altiplano. Landschaftlich ist die Gegend nach dem Titicacasee eher langweilig, doch dafuer ist die Strasse weniger stark befahren.

Dreiradtaxi
Vor Sicuani geht es ueber den Pass Abra Pampa (4300m), nachdem wir dann 40km abwaerts fahren koennen. Die Landschaft veraendert sich - es wird zunehmend gruener und waermer. Seit einigen Tagen koennen wir wieder mit kurzem Trikot fahren.
Lagunendorf
In Cusco finden wir ein guenstiges und sauberes Hostal, welches vor allem von Toeff- und Velofahrern frequentiert wird. Die Stadt gefaellt uns sofort.  Die liebevoll gestalteten Gassen und Plaetze sind ein Augenschmaus und laden zum Stadtrundgang ein.

Cusco-Impressionen I
Cusco-Impressionen II

Cusco-Impressionen III

Cusco-Impressionen IV

Es gibt unzaehlige Angebote, um nach Machu Picchu zu kommen. Wir entscheiden uns schlussendlich fuer den Jungle Inca Trail, welcher 4 Tage dauert. Am ersten Tag fahren wir zuerst etwa eine Stunde mit dem Bus bis rauf auf 4350m ueber Meer. Dort bekommen wir Fahrraeder, die diesen Namen mit ihrer mangelhaften Ausrüstung kaum verdienen...


Von dort aus folgt eine vierstuendige Abfahrt ins Dorf Santa Maria mit 1130m ueber Meer. Am zweiten Tag wandern wir durch interessante Vegetation (Übergangsbereich zum Dschungel) bis zum Dorf Santa Teresa. Wir wandern gewisse Streckenabschnitte auf dem Original-Inkatrail und lernen einiges ueber Flora und Fauna von diesem Gebiet.

Diese Frucht wird zur Rotfaerbung verwendet
Gruppenphoto der 6-Nationen-Reisegruppe
Hier werden unter anderem Ananas angepflanzt


Kaffeebohnen zur Trocknung an der Sonne
Von Bananenbaeumen umgeben

Die Flussueberquerung ist nicht immer zu Fuss moeglich
Am Morgen des dritten Tages fahren wir zum Abenteuerpark Canopy Zipline, welcher nur 2km von Santa Teresa entfernt ist. Wir wandern zuerst etwa 20 Minuten hangaufwaerts zum ersten Kabel. Anschliessend koennen wir mit Hilfe von 6 Kabeln von einem Berg zum anderen nach unten gleiten und geniessen den Kick und die wunderschoene Aussicht auf Tal und Dschungelvegetation.




Das anschliessende Mittagessen nehmen wir in  Hidroeléctrica ein, von wo wir unsere Wanderung fuer weitere 3 Stunden bis nach Aguas Calientes fortsetzen. Die Strecke ist idyllisch und fuehrt entlang der Bahnlinie.





Am Abend legen wir uns schon frueh schlafen, da wir am naechsten Morgen um 4.30 Uhr losmarschieren. Nach 1.5 Stunden Wanderung erreichen wir das Eingangstor von Machu Picchu, wo um 6 Uhr die Pforten oeffnen. Zum Glueck sind wir vor den Bussen dort und ergattern so einen Platz ganz vorne in der Warteschlange. Die Inkastadt Machu Picchu wurde im 15. Jahrhundert auf 2360 Metern Hoehe zwischen den Bergen Huayna Picchu und Machu Picchu erbaut. Da es keine ueberlieferten Schriften gibt (die Inkas verstaendigten sich mit verknoepften Seilen) weiss man bis heute nichts Genaues ueber die Funktion dieser Stadt. 

Machu Picchu mit Huayna Picchu im Hintergrund
Nur 400 Menschen duerfen pro Tag den Huayna Picchu ersteigen. Von dort oben hat der Besteiger Sicht ueber ganz Machu Picchu. Die ersten 200 Personen (zu denen wir heute ebenfalls gehoeren) duerfen schon um 7 Uhr losmarschieren.  Nach einer Stunde Marsch erreichen wir den Gipfel, wo wir bei atemberaubender Aussicht unser zweites Fruehstueck geniessen. 


Sicht auf Stadt und Berg Machu Picchu vom Huayna Picchu 
Gluecklicherweise scheint die Sonne am fruehen Morgen noch, denn bereits um 10 Uhr ziehen Wolken auf. Am spaeten Nachmittag regnet es wie aus Eimern, zum Glueck sind wir dann bereits wieder unten in Aguas Calientes. 

Aguas Calientes im Regen
Aus einem guten Maschinekaffee wird leider nichts, da wegen den intensiven Regenfaellen der Strom fuer mehrere Stunden ausfaellt. Um 18.40 Uhr steigen wir in den Zug, welcher uns nach Ollantaytambo fuehrt. Von dort gelangen wir mit einem Bus zurueck nach Cusco.

Wir geniessen die Vorzuege von Cusco noch fuer ein paar Tage bevor wir wieder auf die Raeder steigen.

Sonntag, 21. August 2011

Copacabana - Llave - Puno

Heute werden wir in unsere letztes Reiseland Peru gelangen. Schnell haben wir die 8km von Copacabana zur Grenze geradelt. Bevor wir die Grenze ueberqueren, geben wir noch schnell unsere letzten Bolivianos aus, WC Papier und Nastuecher kann man ja immer gebrauchen. Sobald wir peruanischen Boden unter den Fuessen haben, fallen uns die dreiraedrigen Motoradtaxis auf, ansonsten sieht alles noch ziemlich ähnlich aus. Auf unserer Etappe nach Llave begegnen wir nach Mittag einem aelteren und kurz vor Abend einem juengeren Tourenfahrer aus Frankreich. Beide besitzen ein Infrarotgeraet, welches Hunde abschrecken soll. Der juengere Franzose hat zusaetzlich noch einen Bambusstab auf dem Gepaecktraeger, um angreifende Hunde abzuwehren. Ja, die lieben Hunde sind ein grosses Thema fuer jeden Tourenfahrer. In Brasilien haben wir bei angreifenden Hunden noch voll in die Pedalen getreten, was meistens zu einem ungemuetlichen Ausdauerrennen fuehrte, da damit beim Hund der Jagdinstinkt erst richtig geweckt wurde. Je nach Verkehrslage waren diese Rennen jeweils ziemlich gefaehrlich. Mittlerweile haben wir gemerkt, dass sofortiges Anhalten verbunden mit beruhigenden Worten (manchmal auch mit harschen Worten :-) ) eher weiterhilft. Am Anfang brauchte es Mut anzuhalten, je nach Anzahl und Groesse der knurrenden Koeter. Seitdem dieses Vorgehen aber immer funktioniert hat, bereitet es uns keine Muehe mehr.

Von Llave ist es nur noch knapp 60km bis nach Puno, alles dem Titicacasee entlang. Auf dem Weg dorthin sehen wir viele Fischereieinrichtungen. Von dort kommt der typische Fisch "Trucha". Dieser schmeckt aehnlich wie Lachs und ist koestlich.

Netze der Trucheros
Von Puno aus unternehmen wir mit dem Schiff einen weiteren Ausflug auf dem Titicacasee. Zuerst geht es zu künstlich schwimmenden Inseln. Diese werden aus Totora-Schilf hergestellt. Die Bewohner dieser Inseln werden Urus genannt. Sie brauchen das Totoraschilf fuer alles: Haus-, Schiffbau, Medizin... 
Vor langer Zeit wurden diese kuenstlich schwimmenden Inseln geschaffen, damit sich deren Bewohner von den kriegerischen Nachbarn schuetzen konnten. Heute werden diese Inseln taeglich von vielen Besuchern angesteuert und sind ziemlich touristisch.

Gekleidet wie eine Inselbewohnerin

Schwimmende Inseln mit deren Bewohnern
 
Ein Uros beim Schiffbau mit Totoraschilf

Nach dem Besuch der kuenstlichen Inseln geht der Ausflug weiter zur Insel Taquile. Die Menschen leben von Fischerei und Kartoffelanbau. Heute ist der Tourismus ebenso eine wichtige Einnahmequelle. Beim Essen werden wir mit Tanz und Musik unterhalten. Zudem soll die Insel die hochwertigsten Stickereien und Webereien von Peru herstellen.



Samstag, 20. August 2011

Kartenansicht Route Bolivien

La Paz - Huatajata - ? - Copacabana


Unsere Weiterfahrt zum Titicacasee fuehrt zurueck durch El Alto. Aus diesem Grund muessen wir die 12km-Abfahrt, welche wir vor 10 Tagen genossen haben, wieder in Angriff nehmen - nun jedoch in der umgekehrter Richtung. Die Steigung ist moderat, doch die Abgase machen uns zu schaffen. In El Alto angekommen, schlaengeln wir uns durch den Stadtverkehr. Verkehrsegeln koennen wir wie beim letzten Mal immer noch keine erkennen. Es wird gehupt und links und rechts ueberholt. Nur wer offensiv faehrt kommt vorwaerts. Wir sind richtig erleichtert, als wir den Stadtrand erreicht haben. Beim Anblick der dunklen Wolken treten wir stark in die Pedalen, damit wir diese hinter uns lassen koennen. Am Abend erreichen wir den Titicacasee.


Die Abendstimmung ist trotz starkem Wind genial. Als wir ein Hotel sehen, welches einen wunderschoenen Ausblick auf den See und die dahinterliegenden Berge bietet, entscheiden wir uns zu bleiben. So kann Felix am naechsten Tag seinen Geburtstag mit einem Fruehstueck bei Titicacasee-Sicht beginnen. Wir radeln weiter und geraten mitten in einen Karnevalsumzug. Wir schauen eine Weile zu und bahnen uns dann auf der Seite einen Weg fuer die Weiterfahrt. Das freundliche Angebot von je einem Bier durch den Karnevalspraesidenten lehnen wir dankend ab - wohlbemerkt ist es morgens um 10.00 Uhr.


Die Strecke ist sehr sehenswert. Es geht auf und ab und man sieht den Titicacasee aus verschiedensten Perspektiven. Der See liegt auf 3800m ueber Meer und ist der hoechste schiffbare See der Welt.


In Tiquina ist der See nur 300m breit. Dieses Dorf ist aufgeteilt auf die zwei Ufer. Wir queren die Seeenge mit einer flossartigen Faehre, da unsere Reise am anderen Ufer weiter geht.


Auf der anderen Seite der Seeenge angekommen, suchen wir eine Unterkunft. Als ich das Zimmer erblicke, trifft mich fast der Schlag. Der Nachttopf ist noch voll und der Boden sieht aus wie eine Abfallhalde - da sind sogar die Uebernachtungskosten von 4 Franken noch zuviel. Wir entscheiden uns fuer die Weiterfahrt - dies im Wissen, dass die Weiterfahrt noch ueber einen 4300m hohen Pass fuehren wird und das Tageslicht nicht bis nach Copacabana reicht. Nach dem Eindunkeln fahren wir noch eine Stunde, bis wir einen geeigneten Zeltplatz finden. Es ist eisig kalt, weshalb wir auf das Kochen eines Abendessens verzichten. Muede verkriechen wir uns in unsere Schlafsaecke. 


Am naechsten Morgen sehen wir erst richtig, wie schoen der Platz unseres Nachtlagers ist. Es geht nun nur noch wenige Kilometer aufwaerts, bevor eine 12km-Abfahrt nach Copacabana folgt. Dieses Dorf ist nur 8km von der peruanischen Grenze entfernt und Ausgangspunkt fuer Ausfluege zur bekannten Isla de Sol. Copacabana ist deshalb eine richtige Touristenhochburg. Wir geniessen wieder einmal eine heisse Dusche sowie gutes Essen und Kaffee.


Aussicht auf Copacabana

Leider nicht unser Schiff
Am naechsten Morgen unternehmen wir eine fast dreistuendige Bootsfahrt zur Isla de Sol. Die Fahrt dauert so lange, da das Boot fast nicht vom Fleck kommt. Ob der Motor nicht staerker ist, oder ob das langsame Fahren derart benzinsparender ist, haben wir nicht herausgefunden.Gemaess Mythologie der Inkas soll der Sonnengott Inti den ersten Inka auf einem Felsen der Isla del Sol zur Erde gelassen haben. Deshalb hat diese Insel fuer die Inkas eine grosse Bedeutung. Wir besuchen Inkaruinen und geniessen einen ausgedehnten Spaziergang auf der Insel. Die Aussicht ist phaenomenal.




Samstag, 13. August 2011

Oruro - ? - Sica Sica - La Paz

Wegen meinen Verdauungsproblemen bleiben wir einen Tag laenger als geplant in Oruro und starten am Sonntag. Die Stadt zu verlassen stellt nicht weiter ein Problem dar, doch der Wind ist schon am Morgen stark und blaest uns ordentlich entgegen.


Das Land wird bis zuoberst an den Huegeln bewirtschaftet
Nachdem wir den Himmel eigentlich seit langem nur noch als blau kennen, stellen sich heute je laenger je mehr Wolken ein. Am spaeteren Nachmittag brechen wir die Tagesetappe nach nur 57km ab. Aufwand/Ertrag stehen bei diesem Wind in keinem Verhaeltnis. Bei einem Lagunendorf fragen wir eine Geisskaeseverkaeuferin, ob wir hinter der benachbarten Erdhuettenruine unser Zelt aufschlagen koennen. Nach ihrer Zusage stellen wir uns der Herausforderung, das Zelt bei starkem Wind aufzustellen - mit Haenden und Fuessen gelingt es uns, das Zelt aufzustellen, bevor es vom Wind davongetragen wird. Das laute Flattern der Zeltwand im Wind beschert uns eine laute Nacht, doch nach diesem anstrengenden Tag gewinnt unsere Muedigkeit gegen den Laerm. Am naechsten Morgen ist der Wind wohl schwaecher, doch leider immer noch praesent. Katja's Moral steht in einem engen Verhaeltnis mit den Windverhaeltnissen. Als der Wind am Nachmittag die Schmerzgrenze ueberschreitet, quartieren wir uns nach harterkaempften 54km in Sica Sica in einer einfachen Herberge ein. Der fruehe Feierabend hat auch Vorteile. Wir entdecken naemlich beim Absatteln unseres Gepaecks, dass beim Rueckrad von Katja's Velo eine Speiche gebrochen ist. Ich mache mich also gleich an die Reparatur und wechsle bei dieser Gelegenheit auch gleich Vorder- und Hinterreifen untereinander aus, damit diese laenger halten. Katja befreit Schaltung und Kette vom Staub und mit einigem Schmieren ist dann auch der 6000km-Service wieder Geschichte.
Am Abend laesst der Wind merklich nach und der klare Abendhimmel laesst auf angenehme Wetterhaeltnisse fuer den naechsten Reisetag hoffen. Das Angebot im Dorfrestaurant beschraenkt sich wiedereinmal auf Poulet, Kartoffeln und Reis. Alle Blicke der anwesenden sind gebannt auf einen flimmernden Fernseher gerichtet, wo eine uralte Krimikomoedie laeuft.
Wie erhofft bringt der kommende Morgen schoenes, windstilles Wetter und laesst uns schon um 7.15 Uhr starten. Motiviert radeln wir in Richtung La Paz.

Jedes noch so kleine Dorf hat eine Blasmusik
Nachdem es im vorgesehenen Tagesziel keine Unterkunftsmoeglichkeiten gibt, und sowohl Tageszeit wie auch Wetterverhaeltnisse guenstig sind, steht der Weiterfahrt nichts im Wege. Etwa 50km vor La Paz wird die in den letzten Tagen meist eher karge Landschaft von blendendweissen Schneebergen bereichert. 

Blick auf den 6462m hohen Illimani

Auf einmal zeigen sich am Horizont glaenzende Flaechen, die sich kurz spaeter als Daecher der ersten Haeuser von El Alto herausstellen.


El Alto befindet sich auf 4100 m.ue.M. und ist mit fast 1 Mio. Einwohnern zweitgroesste Stadt von Bolivien. Nachdem wir einiges dieser staubigen Stadt durchquert haben, zeigt sich ein grandioser Blick auf La Paz, welches sich unterhalb von El Alto befindet. Diese zwei Staedte sind praktisch zusammengewachsen.  


Nach 12km rasanter Abfahrt erreichen wir nach 130km La Paz.

Bolivien feiert am 6. August den Nationalfeiertag. Dies bedeutet Ausnahmezustand im Stadtzentrum fuer mehrere Tage. In Bolivien ist Blasmusik sehr verbreitet und jede Schule/Universitaet, welche etwas auf sich haelt, hat eine eigene Blasmusik. Diese Bands sorgen zusammen mit der Militaermusik dafuer, dass La Paz in der Nationalfeiertagswoche von Musik erfuellt ist.

Blasmusik einmal anders am Nationalfeiertag
In La Paz machen wir mit einem Doppeldeckertouristenbus eine Stadtfuehrung. Wir lernen das gegensaetzliche La Paz kennen. Je tiefer die Meereshoehe, desto angenehmer das Klima und dementsprechend wohlhabender die Bewohner, was deutlich an den Hauesern und Laeden zu erkennen ist. In El Alto auf 4100m ueber Meer wohnen aermere Leute als im suedlichen Stadteil von La Paz, welches nur 3000m ueber Meer liegt.

Zebras sorgen auf den Streifen fuer mehr Verkehrssicherheit

Diese Busse sind das wichtigste oeffentliche Verkehrsmittel
Hexenmarkt: links oben haengen Lama-Foeten
La Paz, eingebettet in eine unvergleichliche Bergwelt
Die Haeuser von La Paz besitzen eine Vielfalt von Formen und Farben
Valle de la Luna, ca. 13km suedlich von La Paz

Ausflug Besteigung Huayni Potosí

Am 6. August beginnt das Abenteuer. 9.00 Uhr morgens gehen wir mit unserem Guide Alex unser Material fassen und fahren mit einem Taxi-Van bis zum Basis-Camp auf etwas mehr als 4700 m.ue.M. . Die Strasse ist ab Ende Stadt sehr holprig und wir kommen uns vor wie in einem Shaker. Olavo, ein 23jähriger Brasilianer reist mit uns und am nächsten Tag wird auch noch sein Guide dazustossen.
Nach dem Mittagessen im Basis-Camp bewaeltigen wir einen kleinen Aufstieg bis zum ewigen Eis, wo wir uns im Umgang mit Pickel und Steigeisen etwas ueben koennen.
 

Das Eisklettern macht eine Menge Spass, ist aber nicht zuletzt wegen unserer noch nicht ganz so ausgereiften Technik sehr anstrengend. Die Szenerie ist unglaublich schoen - rundherum sind 5000er und 6000er zu sehen. Am meisten beeindruckt sind wir vom Illimani, der erhaben wie ein Schloss in der Landschaft thront. Am Abend lernen wir im Basis-Camp die sympathischen deutschen Bergsteiger Dirk und Robin kennen. Sie sind Teil einer Expeditionsgruppe, die sich gleich mehrere 6000er innerhalb weniger Tage vorgenommen hat. Leider sind sie von Montezumas Rache gleich recht stark getroffen worden, weshalb die Expeditionsgruppe ohne sie ins High-Camp weiterreisen musste. Um nach dem Abendessen die Zeit zu vertreiben und Dirk und Robin etwas abzulenken, spielen wir den ganzen Abend UNO und Hearts.
Am zweiten Tag schlafen wir aus und wandern nach dem Fruehstueck ueber einen steinigen Pfad weiter zum High-Camp auf 5130 m.ue.M. .





Traeger von Reiseveranstalter welche Essen und andere Waren  tragen
WC mit einem fantastischen Ausblick
 Dort haben wir die grosse Ehre, einen der beruehmtesten Bergsteiger der Welt (erster Bolivianer auf dem Mount Everest, weshalb er sogar bolivianische Briefmarken ziert) kennenzulernen. Es handelt sich um Bernardo Guarachi, der in der Funktion eines Guides morgen einen Oesterreichischen Touristen auf den Huayna Potosí begleiten wird. Da er seine Bergfuehrer-Ausbildung in Deutschland absolviert hat, spricht er sogar deutsch. Nach dem Mittagessen gehen wir ein erstes Mal schlafen. Nachher sind wir einige Stunden wach und gehen dann nach dem Abendessen um 18.30 Uhr vollends zu Bett. Wohlbemerkt muessen wir um 24.00 Uhr wieder aufstehen, da wir den Gipfel des Huayna Potosí zum Sonnenaufgang um 6.45 Uhr erreichen wollen.
Das Schlafen faellt uns nicht leicht, da die Zeit dafuer sehr ungewohnt ist, und im Massenschlag auch einige Gaeste schnarchen.
Nach Tagwache des dritten Tages packen wir uns in mehrere Schichten Kleidung, da es draussen bitterkalt ist. Nach einem kurzen Fruehstueck ziehen wir los. Guide Alex, Katja und ich bilden eine Seilschaft, Guide Eduardo mit Olavo die zweite Seilschaft. Mit Stirnlampen bewaffnet starten wir um 01.30 Uhr und arbeiten uns durch den gehaerteten Schnee. Anfangs pausieren wir nur sehr selten. Sobald wir anhalten, beginnen wir nach wenigen Minuten zu frieren. Die Snickers, welche wir als Zwischenmahlzeit mitgenommen haben sind steinhart und das Wasser in der mitgebrachten PET-Flasche weist schon nach kurzer Zeit Vereisungen auf.


Nach etwa drei Stunden Marsch tut sich seitlich der Blick auf das Lichtermeer der Millionen-Stadt El Alto auf - ein unvergesslicher Anblick. Da wir nicht sehr schnell steigen, haelt sich die Anstrengung erstaunlich in Grenzen und auch die Hoehe bereitet uns keine Schwierigkeiten. Kurz vor der Gipfelankunft erhoeht unser Guide das Tempo, was mich dann doch nach Atem ringen laesst. Bei Katja ist von Anstrengung nach wie vor wenig zu spueren.
Auf dem Gipfel erwartet uns eine herrliche Aussicht. Waehrend sich schon vor dem letzten Stueck der Himmel in einen fast kitschigen orange-roten Ton verfaerbt hat, wird puenktlich mit der Gipfelankunft um 6.45 Uhr der Feuerball Sonne sichtbar - erst rot, dann immer heller.



Auch der Blick auf die umliegende Landschaft ist unvergesslich. Neben den zahlreichen Gipfeln ist auch der Titicacasee sichtbar. 
Nach etwas Verschnaufen und den obligaten Gipfelphotos treten wir den Abstieg an. Katja's Befuerchtungen, dass der Abstieg vom Gipfel ihr Schwierigkeiten bereiten koennte, bestaetigen sich nicht. Mit den Steigeisen schreiten wir in flottem Tempo dem High-Camp entgegen. Eine lustige Episode bietet sich noch, als Katja austreten sollte, was sich wegen Klettergurt mit Seil, zahlreichen Kleiderschichten und fehlernder Sichtdeckung als etwas schwierig herausstellt. Ich weise unseren Guide also kurzerhand an, sich umzudrehen, was er wie auf dem untenstehenden Photo zu sehen ist sehr woertlich nimmt.


Wie anstrengend die Tour war (vor allem der Abstieg), realisieren wir erst im High-Camp. Unser brasilianischer Kollege sucht sich sogar einen Gepaecktraeger, da er glaubt, seinen ueberschweren Rucksack nicht mehr bis ins Base-Camp tragen zu koennen. Da er dafuer niemanden findet, erbarmt sich unser Guide seiner und traegt neben dem eigenen Rucksack auch noch jenen von Olavo.







Das Erlebnis der Besteigung des Huayna Potosí endet mit unvergesslichen Erinnerungen und starkem Oberschenkel-Muskelkater in den drei darauffolgenden Tagen.

Ausflug Death Road
Am Morgen frueh fassen wir unsere vollgefederten Bikes und fahren mit einem Minibus nach La Cumbre auf 4700m ueber Meer. 


Waehrend es hier noch schneebedeckte Berge und Lamas hat, geht es nun abwaerts durch alle Klimazonen Boliviens bis nach Yolasa auf 1100m ueber Meer. 
Diese Straße durch den bolivianischen Regenwald gilt als eine der gefährlichsten Straßen der Welt.


Durch die raschen Höhenunterschiede und vielen Serpentinen wechselt das Klima ständig, sodass immer mit Nebel, Steinschlag, Feuchtigkeit und Schlamm gerechnet werden muss.


Im tiefen Dschungel angekommen, geniessen wir in einem malerischen Hotel ein Mittagessen, schwimmen im Pool bevor es mit dem Minibus auf der neuen Strasse zuerueck nach La Paz geht.